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Ein Song von Isolation und Wiederfindung

Disclaimer: Dit is diesmal janz schön lang jeworden.

Hallo Freund.

Willkommen im zweiten Teil meiner Selbstfindungsreihe™: Die Late – 2018 Edition.

Viel Zeit ist vergangen seit meinem letzten und ersten Eintrag. Ich denke, dass es zumindest etwas Erklärungsbedarf gibt. Also werde ich mein bestes Geben klar zu machen wie die letzte Sache verstanden werden sollte.
Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass es den ein oder anderen gibt, der (oder die) sich Sorgen um meine mentale Gesundheit macht. In erster Linie freue ich mich darüber, dass es anscheinend Leute gibt denen ich wichtig genug bin, dass sie mein melancholisches Gebrabbel lesen und dann sich auch noch Gedanken drüber machen.
Nun, ich weiß nicht, wie ich das besten Sage ohne dass es wie langweiliges geholper klingt. Da das aber nicht der Punkt ist, den ich hier eigentlich besprechen möchte mach ichs kurz und schmerzlos:


Mir gehts soweit gut. Auch wenn mir dann und wann die Höhen und Tiefen fehlen, und nicht immer alles ein Wildblumenpflücken ist, ists auch nicht so schlimm, dass ich alles hinschmeißen will. Sicherlich, an manchen Tagen will man lieber im Bett bleiben als aufzustehen und der Alltag scheint schwerer als sonst. Aber deswegen bin ich ja hier. Deswegen will ich den Weg zu meiner Leidenschaft finden. Deswegen will ich mein Leben wieder eine dritte Dimension geben. Eine Dimension, die mich als eigenständige Person erfüllt.

Ich liebe meine Familie. Meine alte Familie, meine neue Familie. Mein Beruf gibt mir finanzielle Sicherheit, ist aber eben ein Beruf.

Wonach ich suche ist eine Berufung. Etwas was Ausgleich ist für meine Verantwortung gegenüber meiner Familie, meiner Kollegen, und meiner Firma. Etwas das ich tun kann, dass mich erfüllt und mich nicht unter Druck und Streß setzt. Für manche Leute ist das Sport, für Andere die Eckkneipe, für ganz Andere etwas ganz Anderes.
Das Schöne ist, ich weiß was das ist. Es ist die Photographie und die Anerkennung, die man bekommt, für etwas das man mit eigenen Händen in Zusammenarbeit mit anderen schafft. Sei es von sich selber – Stolz? – oder von Anderen.

Hier geht es darum, wie ich dorthin zurück komme. Wie ich abgefackelte Brücken wieder aufbaue und wie ich neue Brücken errichte. Wie ich wieder den Weg in eine Szene zurückfinde und wie ich langfristig in dieser Szene bleibe. Es geht darum wie ich konstant Bilder erstellen, ohne mich zu übernehmen und wie ich meine Leidenschaft für das Lichtzeichnen in mein Leben einbaue ohne andere Aspekte zu vernachlässigen. Es gibt zahllose Beispiele von Leuten die das schaffen. So schwer kann es also nicht sein.
Wie schaffe ich also was viele Andere schon lange schaffen und wie bleibe ich konstant dabei? Gute Frage, Nächste bitte.

Ich denke, wenn man vor einem Problem steht, ist es das sinnvollste, das Problem klar und deutlich in einem einfachen Satz zu definieren, danach das gewünschte Ziel festzulegen und die Optionen dieses Ziel zu erreichen aufzuzeichnen und abzuwägen.

An dieser Stelle möchte ich klar stellen, dass es sich hierbei um ein LiveTagebuch handelt und ich nicht aus der Retrospektive schreibe. Alle Pläne, die ich hier mache, können also in die Hose gehen. Das würde bedeuten, dass ich wieder von vorne Anfangen müsste. Wollen wir mal hoffen, dass es so weit nicht kommt.

Um diesen Prozess zunächst mal in verträgliche Häppchen aufzubrechen stelle ich mir also vier Fragen.

1. Was ist mein Problem?
2. Woher kommt dieses Problem? Sei ehrlich mit dir.
3. Was will ich erreichen?
4. Welche Optionen habe ich das Problem zu überwinden und meine Ziele zu erreichen?

So, super. Dann können wir ja ans Eingemachte gehen.

1. Was ist mein Problem?

4 Worte, 1 Frage. Klingt einfach. Ist es aber nicht. Ich habe so oft versucht auf diese Frage eine definitive Antwort zu geben. Nie habe ich es geschafft. Jedes mal wenn ich mir diese Frage gestellt habe, habe ich mir und anderen eine unterschiedliche Antwort gegeben. Ist die Antwort also, dass Ich unentschlossen und mit der Gesamtsituation unzufrieden bin? Ich weiß nicht, das klingt zu einfach und auch zu generalisierend. Warum gebe ich also unterschiedliche Antworten? Gibt es so viel was mich unglücklich macht? Interpretiere ich gleiche oder ähnliche Signale als grundsätzlich Unterschiedlich obwohl ich es mir einfacher machen könnte? Wew, Lad. Ich muss also weiter ins Detail gehen.

Die folgenden 2 Paragraphen gehen tatsächlich in wirre Selbstgespräche über. Kannst du ruhig überspringen.

Ich bin unterfordert, überfordert, nicht ausgelastet, überlastet. Ich bin alles und ich bin nichts. Ohne mich geht nichts und ich bin überflüssig. Ich weis nicht wo ich hingehöre und buddle mich in letzter Konsequenz ein. Ich sehne mich nach Interaktion und habe Angst vor ihr. Ich will ausbrechen, fühle mich unsicher. Ich bin im Limbo. Ich weiß nicht wo ich hingehöre und wo mein Platz ist. Wo gehöre ich hin? Gehöre ich irgendwo hin? Wer bin ich eigentlich? Was macht mich aus? Habe ich einen Plan? Brauche ich einen Plan? Geht es nur mir so? Wo finde ich meine Antworten? Hat jemand diese Antworten? Brauche ich die überhaupt?

Meine Gedanken sind all over the place und ich habe Schwierigkeiten Sie zu ordnen. Das scheint mein allumfassendes Problem zu sein: Ich habe keine Ahnung was mein Problem ist, vielleicht habe ich ja auch gar kein Problem und bin gefangen in meinem Deutschtum und versuche auf Teufel komm raus ein Problem auszudenken.

So, Gebrabbel zu ende. Hier gehen verhältnismäßig klare Gedanken weiter.

Seit drei Tagen schreibe ich an diesem Absatz und finde keinen grünen Zweig. Ich fange Sätze an. Lösche sie, fange sie erneut an und – na? – genau  – lösche sie. Wieso ist es so schwer in Worte zu fassen, was schief läuft? Kommt es daher, dass man sich nur schwer seine eigenen Unzulänglichkeiten zugeben kann? Ich werde es hier trotzdem probieren:

Das Problem ist, denke ich, dass ich es nicht schaffe meiner Leidenschaft, der Photographie, nachzugehen und damit ein großes Stück meiner Seele und meines Wesens verloren habe.

Photographie ist für mich, seit ich das erste mal eine Kamera in der Hand hatte, so viel mehr als knipsen. Es ist für mich die primäre Form mich auszudrücken. Es ist für mich eine Plattform soziale Kontakte zu pflegen und zu formen. Als ich gedacht habe, dass das Aufgeben dieses lebenswichtigen Ventils mir Freiheit verschafft, mal durchzuatmen, habe ich mich getäuscht. Es geht mir ohne die Photographie wesentlich schlechter und um wieder meine Freude und mein Glück wieder zu finden muss ich meine Leidenschaft für die Photographie neu entfachen. Denn nur so finde ich meinen Platz in diesem ganzen Allen. Ich weiß wo ich hingehöre. Ich weiß was für mich der Sinn ist. Das Problem liegt im großen und ganzen darin, dass ich vergessen habe wer ich bin und dass ich bedingt durch viele kleine Hügel und Stolpersteine den Blick dafür verloren habe, mich wieder zu finden.

Sicherlich werde ich durch das Photographieren nicht alle Probleme lösen können aber ich denke, dass ich ohne die Photographie nie dahin zurück komme wo ich mental sein möchte.

2. Woher kommt dieses Problem? Sei ehrlich mit dir.

Das ist ja irgendwie offensichtlich. Als wenn man es kurz machen möchte zumindest. die Wurzel allen Übels bin ich selber. Des Pudels Kern liegt aber denke ich im Management von Erwartungshaltung und tatsächlicher Realität. Die Interesse Frage, die sich hier aber durchaus stellt ist woher oder Erwartungshaltung kommt. Ich denke man kann die Erwartungen an einen aufteilen in innere und äußere Faktoren. Aber Stopp, dazu kommen wir später nochmal. Was sind das eigentlich für Erwartungen? Warum habe ich diese Erwartungen und woher kommen die? Hat vlt auch jemand anderes Erwartungen an das was ich bin, was ich kann, was ich tue und wo es in letzter Konsequenz hingeht? Phh… Irgendwie ganz schön heavy

3. Was will ich erreichen?

Erwartungen. Habe ich selten. Ganz bewusst habe ich das aus meinem Leben gestrichen. Frei nach dem Motto: “Wer nichts erwartet, wird nicht enttäuscht.”

Je länger ich darüber nachdenke, wird mir klarer wie schädlich dieses stoizistische Mantra ist und für mich immer war. Ich erwarte nichts, also bin ich safe. Was ich mir aber auch nehme damit sind Enttäuschung, Über, Glück und Stolz. Emotionen also. Das was ich vermisse. Vielleicht ist es besser zu riskieren enttäuscht zu werden um aber auch Glück anstreben zu können.

Die Erwartung – Photographisch gesehen – die ich an mich stellen muss, entsteht aus meiner Erfahrung aus 5 Jahren Photographie, dem Bestreben nicht nur hübsche Bilder zu machen sondern vollständige Projekte mit einer gewissen Aussage zu fertigen.

Die äußere Ebene ist im Grunde genommen auch eine innere Ebene. Ich bin mir nicht ganz sicher ob man es es als über-ich bezeichnen kann. Wahrscheinlich nicht, aber es klingt so schön tiefgründig. Die äußere Ebene ist was ich als bezeichne was ich denke was andere von mir erwarten. Die Krux bei der Sache ist, dass Leute im generellen nichts von einem erwarten (mal abgesehen von wenigen spezifischen Situationen).
Am besten merkt man das daran, wenn man sich klar macht, dass man im generellen selber nichts von anderen erwartet außer dass sie keine Arschlöcher sein sollen. Arschloch bin ich glaube ich nicht und von daher sollte das eigentlich okay sein.

Aber. Es kommt immer ein aber. Warum macht man sich den Druck selber zu glauben, dass man von anderen ständig bewertet wird? Ohne das jetzt unnötig in die Länge zu ziehen, sage ich Mal ganz salopp, dass ein Großteil in den sozialen Medien liegt. Ich habe keine Lust das hier und jetzt auszuführen, mache ich vlt an anderer Stelle nochmal.

In der Kernaussage will ich sicherlich das was jeder will. Glücklich sein. Aber das wäre zu einfach. Glück bedeutet für jeden etwas anderes. Für den einen ist es ein Reihenhaus in der Vorstadt, für den anderen ein Nomadenleben in Freiheit and ganz andere Menschen wollen wieder etwas ganz anderes. um effektiv an meinen Problemen zu arbeiten, muss ich also wissen in welche Richtung ich arbeiten sollte.
Ich habe aber das Gefühl auf einem guten Weg zu sein.

4. Welche Optionen habe ich das Problem zu überwinden und meine Ziele zu erreichen?

Ich habe mein Projekt .Melancholia angesprochen im letzten Eintrag und denke, dass eben jenes ein gutes Projekt sein kann, dass meine Selbstfindung mit meiner Erwartung verbindet. Meine genaue Erwartung an das Projekt möchte ich an dieser Stelle nicht teilen.
Im Laufe dieses Projektes muss ich lernen Erwartungen zu managen. Ich muss eigene Erwartungen aufbauen. Und muss aufpassen, es weniger an mich ranzulassen, was ich denke, was andere von mir denken.

Auf geht’s!

Als Sidenote kommt jetzt etwas, was möglicherweise einen extremen Einfluss haben wird. Ich habe vor ein paar Tagen einen Artikel gelesen, der mir im Kopf geblieben ist und nicht verschwand. Den Artikel selber finde ich jetzt nicht mehr. Jedoch wird in dem Artikel auf eine Studie Bezug genommen, die besagt dass Übergewicht in Verbindung mit Depressionen steht. Auch wenn ich das böse D-Wort nicht gerne benutze – in erster Linie weil ich nicht diagnostiziert wurde – kann ich sicherlich nicht abstreiten zumindest depressive Zùge aufzuweisen.

Um auf den Punkt zu kommen, kann ich mir vorstellen, dass an dieser Verbindung dran ist(ohne es vollständig zu verstehen). In erweiterter Form möchte ich das auf das generelle Erscheinungsbild ausweiten.

Jeder der mich kennt, weiß auch zwei Sachen über mich. Ich hatte schon immer Probleme mit meinen Zähnen, lächle deswegen nie richtig (soll das nicht auch in irgendeiner Weise mit mentaler Gesundheit verbunden sein?) und bin übergewichtig. Auch wird meinen Freunden bewusst sein, dass ich schon mehrfach viel Gewicht angenommen habe, nur um es am Ende wieder draufzukriegen.

Nun, was meine Zähne angeht habe ich Anfang/Mitte diesen Jahres angefangen mich darum zu kümmern, diese zu verbessern. Ich habe einen wundervollen (wenn auch etwas unzuverlässigen) Zahnarzt gefunden, der mir geholfen hat den richtigen Weg einzuschlagen und meine Angst vor dem ZA im Allgemeinen zu verlieren.

Was mein Körpergewicht angeht bin ich wahnsinnig unglücklich mit mir selber und auch enttäuscht von mir. Ich habe es zweimal geschafft viel Gewicht zu verlieren und habe wieder alles zugenommen. Ich habe viel viel viel Gewicht zu verlieren und offensichtlich reicht meine Disziplin nicht aus, alleine ohne Hilfe langfristig Gewicht zu verlieren und es nicht wiederzufinden.

Ich erkenne auch hier, das ich Hilfe brauche und werde am kommenden Donnerstag ein Gespräch mit meinem Hausarzt zu diesem Thema anstreben.

Jetzt habe ich viel geschrieben was dir wahrscheinlich nicht hilft aber ich muss sagen. Die zwei Wochen Entwicklungsprozess zu den Erkenntnissen in diesem Text haben mich weiter gebracht und geben mir Hoffnung für die Zukunft.

Wenn du Tips, Hilfe oder Kommentare hast, bin ich glücklich wenn die diese mit mir teilst.

Danke für deine Aufmerksamkeit,

Adieu, Basti

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