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B52 – 5 Fragen an.. Ep #23

Hallo Freund.

Weißt du eigentlich warum ich dich jedes Mal so begrüße? Wenn nicht, dann checke doch bitte mal die Serie Mr. Robot aus. Gibt es auf Amazon Video. Und … woanders. Du kriegst das schon hin. Bei der Serie geht es um einen Hacker, der seine Fähigkeiten mal für die gute Sache und mal zum eigenen Vorteil einsetzt. Das Ganze gerät relativ zügig außer Kontrolle, aber ich will dich da nicht zu sehr spoilern.

In Ausgabe #23 diese Woche stelle ich dir das erste Mal ein Familienmitglied vor. Auch wenn ich einige von meinen bisher gezeigten Freunden Familie nennen würde, ist hier der erste mit wirklich echter Blutsverbindung zu mir. Mein Bruder Marc!

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Familie kann man sich nicht aussuchen. Das ist ganz gut so.

Wann ich Marc kennengelernt habe? Gute Frage. Nächste, bitte. Das war sicherlich mehr ein Prozess als eine Hau-Ruck-Aktion. Anfangs konnte ich ihn ja nicht mal richtig sehen. Er mich sicherlich. Er war ja auch schon 13 Jahre alt, als ich geboren wurde. Wenn das stimmt, was Mama so erzählt, hat Marc von vornerein mitgeholfen bei allem, was so bei einem Neugeborenen und Baby anfällt. Passt auch irgendwie zu uns. Ich baue Kacke. Er hilft es weg zu machen. So‘n typisches Kleiner Bruder – Großer Bruder Ding.

Ich rechne Marc ziemlich hoch an, mein Bruder zu sein. Das war sicher nicht immer ganz einfach. Besonders erinner‘ ich mich an zwei Sachen. Ich war schon ziemlich kacke als Kind.

Ich kann nicht viel älter als 4 oder 5 gewesen sein. Marc hatte damals einen neuen Computer und der alte stand noch in seinem Zimmer. Ich habe damals gerne auf dem alten Computer ein Autorennspiel gespielt. Marc wollte sein Ruhe haben. Ich habe bestimmt genervt. Denn ich wollte Autorennen spielen. Marc hat mir das Spiel aber nicht angemacht. Ich war sehr aufgebracht. Also bin ich heulend zu Mama gerannt und habe sie dazu gebracht, dass Marc mir den Computer anmacht und das Spiel öffnet. (Das war Mitte der Neunziger – also auf jeden Fall etwas aufwendiger als heute). Hat er natürlich gemacht. Guter Bruder.

Die zweite Angelegenheit muss ca. 10 Jahre später gewesen sein. Marc hat in Prenzlauer Berg gewohnt. Damals war das ein ziemlich cooler Bezirk. Da stolperte man nicht alle drei Meter über Kinderwagen. Naja, wie dem auch sei. Ich habe angefangen, weg zu gehen und auch mal mit Freunden durchzumachen. Ich will aber nicht wirklich mehr sagen, Mama liest mit. Kussi. Zu der Zeit musste Marc schon das ein oder andere Mal als Ausrede herhalten: „Ja genau, ich schlaf bei Marc. Nee, ruf mal nicht bei ihm an. Ich hab schon alles geklärt. Bis morgen!“ Danke dafür, Marc!

Dass ich damals sehr zu Marc aufgesehen habe, ist, glaube ich, kein Geheimnis. Marc lebt den Traum. Er schafft es raus aus den Berliner Vororten in einen der hippsten Bezirke und lebt sein Leben als Künstler und Illustrator. Wow. Der Rebell in mir fand das sooooooooo cool.

Ich glaube auch, dass Marc einen erheblichen Einfluss darauf hat, wie ich meine Karriere bisher gestaltet habe. Ich konnte mir damals super vorstellen auch dieses Künstlerleben zu leben. Wahnsinn. Nur das Talent wollte nicht so. Ich habe unheimlich viele Bücher gelesen, die mir beibringen wollten wie man zeichnet. Das hat nie so hingehauen. Das überlässt man dann lieber den Profis.

Aber die kreative Ader war definitiv entdeckt und ich habe ein Ventil gebraucht. Ich habe erst angefangen zu writen und zu taggen und war voll der verruchte Graffiti Artist. Man bedenke, ich war damals 16 oder 17 und gut behütet in Berlins Vorortschaften zu Hause. Wenn ich mir heute angucke, was ich da so gezaubert habe, ist mir das schon ziemlich peinlich. Ich frage mich manchmal ob mir das in 10 Jahren auch mit meiner Fotografie so geht und vor allem mit meinem Blog. Heute find ich das, was ich schreibe, jedenfalls ziemlich toll.

Nun, ein weiterer logischer Schritt war die Fotografie, was vielleicht auch an meinem Dad liegt. Aber dazu mehr an anderer Stelle.

Marc ist freier Illustrator. Seine Internetseite ist hier und sein Webcomic heißt bITTER.

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5 Fragen an Marc

B52.1 Wo liegen deine Wurzeln?

Ursprünglich komme ich aus‘m Harz, Niedersachsen. Wurzeln geschlagen habe ich aber erst richtig in Berlin.

B52.2 Was macht dich besonders?

Im kosmischen Sinne? Nichts.
Im irdischen Sinne? Früher Haarausfall.

B52.3 Was wäre deine Superpower und wie würdest du sie nutzen?

Meine Superpower wäre ein Wahrheitsfeld. Alle um mich herum können nur die Wahrheit sagen. Das könnte ich natürlich nach Belieben abstellen. Es gibt Situationen, in denen möchte man nicht immer die Wahrheit hören … „Na Schatz, wie war ich?“ …
Eingeschaltet würde ich mich einfach nur als Zuschauer in Talkshows, Wahlveranstaltungen und den Bundestag setzen. Und ich wäre der Kracher auf Parties. Ha!

B52.4 Woher beziehst du Inspiration und Motivation?

Inspiration ziehe ich großteils aus Beobachtung meiner Umwelt. Und durch Aneignen von unnützem Wissen. Für letzteres empfehle ich die TED Talks im Internet.
Mo-ti-va-tion? Motivation … keine Ahnung; weiß ich jetzt nicht. Beantworte ich ‘n anderes Mal.

B52.5 Wenn du deinem 12-jährigen Ich eine Nachricht zukommen lassen könntest, was würde in der Nachricht stehen?

Hallo Marc,

anbei der Sport Almanach 1950 – 2015.

Grüße aus 2016 (ja, du wirst älter als du damals geglaubt hast).
Marc

PS: Wenn du mit 19 denkst, du solltest statt wieder zu kiffen lieber ‘ne Zigarette rauchen … Lass es. Beides wird dadurch nicht besser.

PPS: Ich huste immer noch Teerbrocken. Du hast meinen Rat offensichtlich nicht befolgt. Vielen Dank für nichts!

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